Toleranz: Zahnschmerz mit Lächeln

»Wer Intolerante nicht toleriert, ist auch nicht besser.« können wir auf Twitter lesen. Schaut man zweimal hin, dämmert die Erkenntnis, dass Toleranz als Begriff nicht die Schärfe aufweist, die wir von Substantiven üblicherweise erwarten.

In der Geschichte wurden schon oft Worte in ihrer Bedeutung monströs aufgebauscht, denken wir nur an »Rasse«. Ras­sis­ti­sche Verirrungen bildeten die ideologische Basis für weit über 100 Mil­lionen Tote im Dritten Reich. Aus »Christen« wurden legitime Mör­der von unzähligen Heiden, »Muslime« fühlen sich berufen, gan­ze Völker der Scharia zu unterwerfen.

Toleranz beschreibt in ihrer ursprünglichen Bedeutung die Fähigkeit zu dulden, zu ertragen. Menschen wie Berlins Ex-Bürgermeister Wowereit (»Ich bin schwul und das ist gut so!«) missbrauchen ganz bewusst mit dem Nachsatz, dass es so gut sei, die Toleranz ihrer Mit­men­schen. Sie hämmern ihnen ein: »Du bist nur tolerant, wenn Du mich gut findest!«

Sollen wir aber alles gut finden, was wir ertragen oder dulden, müss­ten uns Zahnschmerzen ein Lächeln ins Gesicht treiben. In Wahrheit zah­len die Toleranz fordernden Abweichler einen hohen Preis für ihre übersteigerte Individualität. Sie sind innerlich so labil, dass sie dau­ernd bestätigt bekommen müssen, dass sie richtig liegen, gleich wie und mit wem. Wenn aber jemand von uns gratis The­ra­pie­leis­tun­gen abfordert, will er keine Toleranz, sondern ungehemmt schnor­ren dür­fen.

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